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Schlosskirche Bayreuth

Schlosskirche Bayreuth

Bauaufgabe: Generalsanierung
Bauherr: Freistaat Bayern
Vertreten durch: Staatliches Bauamt Bayreuth
Leistungen: LP 2-9
Fertigstellung: 2019
Mitarbeit Realisierung: Eszter Fülesdi, Verena Wachter

 

Schlosskirche Bayreuth

Da die Gemeinde der Schlosskirche Bayreuth auf ihre Kirche angewiesen ist, unterlag die Generalsanierung der katholischen Markgrafenkirche einem strengen Zeitplan. In diesem mussten alle notwendigen energetischen Maßnahmen, die Sanierung der Fassade und des Daches, sowie die gesamte Gestaltung des Innenraums stattfinden. P war sowohl an der Planung, als auch an der Bauüberwachung beteiligt. Besonders auffällig sind nach der Maßnahme die hellen Neufassungen der gesamten Oberflächen und die Neugestaltung des Altarbereichs. Die Schaffung eines neuen Deckengemäldes rundete die Sanierung optisch und thematisch ab.

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Die Schlosskirche, welche von Opernhaus-Architekt Joseph Saint-Pierre geplant wurde, wurde von 1753 bis 1758 an der Stelle des niedergebrannten Alten Schlosses errichtet. Auftraggeber waren Markgräfin Wilhelmine und ihr Mann Friedrich, welche gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth in einer ebenerdigen Gruft in der Schlosskirche begraben liegen.

Da die Kirche erst 1813 römisch-katholisch wurde, zählt sie zu einer der einzigen katholischen Markgrafenkirchen. Ihre Ausstattung entspricht dem Stil des sogenannten „Bayreuther Rokoko“, eine durch Stuckelemente geprägte, eigenständige Entwicklung des Rokokos.

Die vielen Maßnahmen, welche unternommen werden mussten, mussten sich an einen engen Zeitplan halten. Denn nach der Schließung kurz nach Ostern, war nur etwa ein Jahr Zeit, damit die Gemeinde ihre Kirche nicht zu lange entbehren musste.

Im April – am Tag nach den Osterfeiertagen – wurde also ohne Umschweife mit den Arbeiten begonnen. Die Sanierung des Daches, der Fassaden und die ersten energetischen Maßnahmen mussten zeitgleich vonstatten gehen. Nachdem das Dach und somit auch die Deckenschale ausgebessert und das Loch in der Decke der Schlosskirche, welches einst zur besseren Be- und Entlüftung gedacht war, geschlossen war, konnten die umfassenden Innenraumarbeiten begonnen werden. Hier war von Anfang an klar, dass das Farbkonzept nicht harmonisch, sondern teilweise schon fast erdrückend wirkte. Die umlaufenden Brüstungen erhielten also eine neue helle Farbgebung und die Säulen wurden in einer passenden roten Marmorierung angelegt. Die Wände wurden mit einer frischen Schicht weiß und die Deckenschale mit dem typischen rosanen Farbton aufgefrischt.

Der Architrav, welcher zu massiv wirkte, wurde in eine angenehme Proportion gebracht und bekam ebenfalls eine Marmorierung. Die Madonna, welche bisher wie in einem „Schaufenster“ hinter dem Architrav verborgen lag, hat nun eine hervorgehobene Stellung eingenommen und steht mit ihrem Strahlenkranz im Mittelpunkt des Altarraums.

Auch die für den Bayreuther Rokoko typischen Stuckaturen von Giovanni Battista Pedrozzi wurden wieder in Bestform gebracht. Einst ergänzten sie ein barockes Deckengemälde zu einer liturgischen Gesamtkomposition, welche bis zur Sanierungsmaßnahme nur noch rudimentär vorhanden war. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es mit Kalkfarbe übertüncht und so zerstört.

Der Wunsch der Gemeinde war es, die leeren Deckenspiegel wieder zu füllen, damit diese wieder eine liturgische Botschaft tragen können. Nach vielen Entwürfen und Versuchen, begann der Kirchenmaler Franz Fersch endlich mit dem Deckengemälde. Es ist im barocken Stil gehalten, kommt aber nicht ohne persönliche Noten aus.

Der Charakter der Schlosskirche wurde durch die Sanierung in keiner Weise zerstört, sondern hervorgehoben und untermalt. Sie erstrahlt nach einem Jahr Bauzeit in neuem Glanz und kann seit Ostern wieder von den Katholiken und Besuchern Bayreuths für Gottesdienste und Momente der Andacht genutzt werden.

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